Virtuelle Abschlussveranstaltung der Initiative #KoKI am 16. März

Virtuelle Abschlussveranstaltung der Initiative #KoKI am 16. März

Am 16. März von 10.00 bis 12.45 Uhr lädt das Co:Lab zur Abschlussveranstaltung der Initiative #KoKI – Künstliche Intelligenz in Kommunen ein. Es werden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert, die im Rahmen der Initiative von Expert:innen in unterschiedlichen Handlungs- und Einsatzfeldern von KI in Kommunen erarbeitet wurden. Die Ergebnisse sind in eine 80-seitige Abschlusspublikation eingeflossen. 

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 16. März 2021 von 10 Uhr bis 12.45 Uhr online statt. Neben der Vorstellung der Ergebnisse und der Publikation werden wichtige Aspekte zum Einsatz von KI in Kommunen vertieft. Unter anderem stehen Impulse von Henning Lühr (Staatsrat für Finanzen, Personal und Digitalisierung in Bremen [2002 bis 2020], Vorsitzender des IT-Planungsrat [2019], Prof. h.c. für Verwaltungswissenschaften und eGovernment sowie Gründer des Instituts für digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen) und Tobias Krafft (Algorithm Accountability Lab [TU Kaiserslautern], Geschäftsführer bei Trusted AI GmbH) auf der Agenda. 

Alle Teilnehmer:innen der Abschlussveranstaltung sind darüber hinaus eingeladen, in Workshop-Sessions die Ergebnisse zu diskutieren, weitere Einsatzfelder zu identifizieren und sich zu Ideen sowie  zu Konzepten auszutauschen. Darüber sind Elemente zum Netzwerken geplant. Die Abschlussveranstaltung endet mit einer Paneldiskussion zum Thema “Digitalisierung und Nachhaltigkeit” und läutet gleichzeitig die nächste Initiative ein. 

Hier geht’s zum Programm. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. 

Anmeldungen bitte unter folgendem Link: https://terminplaner4.dfn.de/abschluss-koki

Erster Podcast online: Pflege & Digitalisierung

Erster Podcast online: Pflege & Digitalisierung

Wir alle werden älter. Daher müssen wir uns alle mit dem Thema Pflege auseinandersetzen – früher oder später. Wir sprechen in unserer ersten Episode über das Thema Pflege und insbesondere darüber, welche Rolle dabei die Digitalisierung spielt bzw.spielen kann.

In Musterbrecher:innen Digital, dem Podcast des Co:Lab e.V. – Denklabor & Kollaborationsplattform für Gesellschaft & Digitalisierung – sprechen wir in der ersten Episode über ein Thema, das uns alle betrifft, hoch emotional ist und zu den zentralen kommunalen Gestaltungsfeldern der Daseinsvorsorge gehört: Altern und Pflege. Hoch emotional ist es schon aus dem Grund, dass alle älter werden wollen, aber keiner alt sein will.

Hinzu kommt der Pflegenotstand in Deutschland. Wir alle, ganz gleich ob Ärzt:innen, Pfleger:innen, Patient:innen, Pflegende, (Ober)Bürgermeister:innen, beklagen uns regelmäßig über die Missstände im Gesundheitswesen. Gründe dafür gibt es viele: Eine unzureichende Anzahl an neu ausgebildeten Pflegekräften, fehlende Investitionen in die Pflege durch das Gesundheitssystem oder ein zu starker Fokus auf wirtschaftliche Rentabilität sind nur einige Beispiele dafür.

In Zukunft wird sich die Situation aufgrund des demographischen Wandels noch verschärfen, wenn wir nicht gegensteuern und etwas verändern. Aber wie kann und muss dies aussehen? Wie führen wir Pflegebedürftigen, pflegende Angehörige und die Fachpflegekräfte in eine gute Zukunft? Welche Rolle spielen dabei die Kommunen im Kontext ihrer Daseinsvorsorge? Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung? Denn gerade sie hat ein riesiges Potenzial mit “alten” Mustern zu brechen.

Fragen über Fragen! Um diese zu diskutieren, haben wir drei Musterbrecher:innen eingeladen. Zu Gast sind: Dr. Anke Knopp. Anke ist promovierte Politikwissenschaftlerin, Autorin, Bloggerin, Digitalenthusiastin. In ihrem aktuellen Buch “Als die Demenz bei uns einzog und ich mir einen Roboter wünschte” geht es um das Thema Pflege & Digitalisierung. Malte Dahlhoff. Malte ist Bürgermeister der Gemeinde Bad Sassendorf und ist mit seiner Gemeinde selbst ein “Reallabor” in Sachen Pflege und Altern. Patrick Ney. Patrick ist Projektmanager Digitalisierung und stellv. Sachgebietsleitung bei Landeshauptstadt Hannover im Fachbereich Senioren. Er hat sich schon sehr früh damit beschäftigt, welche Potenziale in der Digitalisierung gerade auch für ältere Menschen und das Altern stecken.

Der Co:Lab-Podcast “Musterbrecher:innen Digital”

Co:Lab Podcast: Musterbrecher:innen Digital

In unserem Podcast “Musterbrecher:innen Digital” greifen wir regelmäßig Themen im Kontext von Gesellschaft und Digitalisierung auf, die Euch und uns beschäftigen. Wir diskutieren Hintergründe, decken alte Muster auf, sprechen über Muster, die es in Zukunft braucht und diskutieren Zusammenhänge. Den Podcast findet ihr auf Podomatic und weiteren Kanälen wie Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts.

 

Chancengleichheit in der Bildung

Chancengleichheit in der Bildung

Wie kann lebenslanges Lernen für alle sichergestellt werden und was hat die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung damit zu tun?

Die Agenda 2030 besteht aus fünf maßgeblichen Dimensionen: Menschen, Wohlstand, Planet, Partnerschaft und Frieden (People, Prosperity, Planet, Partnership and Peace – bekannt als die fünf „Ps“). Der traditionelle Ansatz der nachhaltigen Entwicklung besteht aus den drei Kernelementen soziale Inklusion, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz. Die Agenda 2030 baut darauf auf und ergänzt den Ansatz um die Elemente Partnerschaft und Frieden. Im Zusammenspiel dieser fünf Dimensionen ergibt sich echte Nachhaltigkeit.

Die Bedeutung von Bildung im Rahmen der Agenda 2030

Der Bildung ist im Rahmen der 17 SDGs (Sustainable Development Goals) unter SDG4 ein eigenständiges Ziel gewidmet. Dieses enthält 7 Unterziele (Targets 4.1 – 4.7) und 3 Implementierungsmechanismen (4a-c).

Während das Millenniums-Entwicklungsziel  (MDG 2) den Schwerpunkt auf Kinder und ihren Zugang zu Grundschulbildung legte, verfolgte das Aktionsprogramm „Bildung für alle“ eine breitergefasste Agenda, die auf Befriedigung der grundlegenden Lernbedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen abzielte. Leider wurde das Ziel des Aktionsprogrammes „Bildung für alle“, das Recht auf Grundbildung für alle zu sichern, nicht bis zur vereinbarten Frist im Jahr 2015 erreicht.

Daher stellt die Bildungsagenda 2030 eine Fortsetzung dieser unvollendeten Agenda von „Bildung für alle“ dar, geht jedoch noch darüber hinaus, indem sie alle Länder verpflichtet, einen chancengerechten Zugang zu hochwertigen Lernangeboten auf allen Bildungsstufen im Sinne des lebenslangen Lernens sicherzustellen. Zusätzlich wurde die Thematik ausgeweitet und beinhaltet unter anderem auch die Themen frühkindliche Entwicklung und Gesundheit. Die SDGs helfen dabei, die Grundwerte und Prinzipien, die der Agenda 2030 zugrunde liegen, in konkrete und messbare Ergebnisse umzuwandeln. Mit Annahme der Agenda bekennen sich die UN-Mitgliedsstaaten zu einem ehrgeizigen Aktionsplan, der nach einer konzertierten Mitwirkung aller Akteure verlangt. 

Zugleich muss jeder von uns persönlich konkrete Schritte unternehmen, um das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten. Bei alledem gilt: Lebenslanges Lernen ist eine Grundvoraussetzung, um die angestrebten tiefgreifenden Veränderungen erfolgreich voranzutreiben.

Die UNESCO sagt „Die Globale Nachhaltigkeitsagenda ist eine zwischenstaatliche Verpflichtung und ein Aktionsplan für Mensch, Umwelt und Wohlstand. Sie enthält 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese sind „integriert und unteilbar und tragen in ausgewogener Weise den drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung Rechnung: der wirtschaftlichen, der sozialen und der ökologischen Dimension.“  1*)

Dies verdeutlicht den ehrgeizigen und universellen Anspruch der neuen Globalen Nachhaltigkeitsagenda, zu der sich alle Mitgliedstaaten verpflichtet haben mit dem Ziel, globale Herausforderungen anzugehen und das Gemeinwohl zu fördern.

Sustainable Development Goal 4: Chancengerechte und hochwertige Bildung

Bis 2030 will man für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen. Die Definition  entsprechender Targets dient als thematischer Indikator zur Überwachung des Fortschritts in der Beseitigung der Ungleichheiten in der Bildung *2). Das Tracking und Monitoring dieser Targets erfolgt über das lizenzfreie, von der UNESCO konzipierte Education Management Information System EMIS *3) welches an die spezifischen Bedürfnisse der Mitgliedsländer angepasst werden kann.

Bildung ist im Rahmen der Globalen Nachhaltigkeitsagenda nicht auf SDG 4 begrenzt 

Bildung hängt mit vielen anderen Sustainable Development Goals zusammen und kommt dort explizit oder implizit zum Ausdruck *4).

Beispiele:

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Unterziel 3.7: Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sexual- und reproduktions- medizinischer Versorgung sicherstellen, einschließlich Familienplanung, Information und Aufklärung, sowie reproduktive Gesundheit in nationale Strategien und Programme einbeziehen.

SDG 5: Geschlechtergleichheit

Unterziel 5.6, Indikator 5.6.2: Anzahl der Länder mit Gesetzen und Regelungen, die Frauen und Männer ab 15 Jahren vollen und gleichberechtigten Zugang zu sexual- und reproduktions-gesundheitlicher Versorgung, Information und Aufklärung garantieren.

SDG 8: Gute Arbeit und Wirtschaftswachstum

Unterziel 8.6.: Bis 2020 den Anteil junger Menschen, die ohne Beschäftigung sind und keine Schul- oder Berufsausbildung durchlaufen, erheblich verringern.

SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion

Unterziel 12.8: Bis 2030 sicherstellen, dass Menschen sich überall der Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung bewusst sind, über entsprechende Informationen verfügen und im Einklang mit der Natur leben.

SDG 13: Klimaschutz und Anpassung

Unterziel 13.3: Die Aufklärung und Sensibilisierung zu den Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Reduzierung der Umweltbelastungen und Frühwarnung verbessern sowie die hierfür notwendigen personellen und institutionellen Kapazitäten ausbauen.

Niemanden zurücklassen

Das ist einer der Grundsätze der Agenda 2030. Sie soll allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und berücksichtigt benachteiligte Gruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen, indigene Bevölkerungsgruppen und Flüchtlinge auf besondere Art und Weise. Der Bildungsbedarf ist weltweit immens und unverzichtbar für das Erreichen einer globalen nachhaltigen Entwicklung. Wir sind nur dann in der Lage, den Klimawandel, extreme Armut und Ungleichheit zu bekämpfen, wenn alle Stakeholder – einschließlich der Wirtschaft – sich verpflichten, Regierungen darin zu unterstützen, die Bildungsziele voranzutreiben.

Referenzen und weiterführende Links

*1) https://www.unesco.de/ueber-uns/ueber-die-unesco/globale-nachhaltigkeitsagenda

*2). (http://tcg.uis.unesco.org/wp-content/uploads/sites/4/2020/09/SDG4_indicator_list.pdf

*3) https://www.openemis.org/wp-content/uploads/2018/04/OpenEMIS_Concept_Note_SDG4_en.pdf

*4) (https://www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/bildung-und-die-sdgs)

Autorin: Sabine Gessenich

Sabine Gessenich ist Mitglied im Co:Lab e.V. und setzt sich mit POTENTIALO® in verschiedenen Gremien für die dringend überfälligen Veränderungen und die Chancengleichheit in unserem Schulsystem ein. Die Entwicklung von sozial-emotionalen Kompetenzen im Bildungsbereich ist aus ihrer Sicht außerordentlich wichtig und deshalb die Grundlage ihrer täglichen Arbeit. Im Rahmen der aktuellen Initiative #KoKI (Künstliche Intelligenz in Kommunen) des Co:Lab e.V. war sie Teil der der Arbeitsgruppe „Bildung und Lernen“.

Sabine auf Twitter: @SGessenich

 

Wir sind einfach dankbar!

Wir sind einfach dankbar!

Liebe Herzensmenschen,

am 19. Dezember 2019 hat alles begonnen. Wir waren beflügelt von der Initiative „KI in Kommunen“ (kurz #KoKI). Aus der Laune heraus haben wir kurzer Hand vor der Auftaktveranstaltung der Initiative in Berlin den Verein Co:Lab gegründet. “Wir”, das waren: Jens Best (@JensBest) , Marc Groß (@GrossMarc), Alexander Handschuh (@AlexanderHand), Thomas Langkabel (@tlangkabel), Anika Krellmann (@KrellmannAnika), Gerald Swarat (@GeraldSwarat), Andrea Schermann und Anja C. Wagner (@acwagner). Knapp ein Jahr später sind im Co:Lab rund 120 Personen organisiert. Wir sind noch viel bunter geworden. Allein dafür sind wir dankbar.


An unserer Mission hat sich seit dem Gründungstag nichts verändert:  Zivilgesellschaftlich organisiert Menschen zusammenbringen, um mit ihnen positiv, unabhängig, mutig, ausgewogen und kreativ über gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung zu diskutieren und neue Denkmodelle für unser Leben zu entwickeln.

15. Dezember 2020. Kurz vor dem ersten Geburtstag des Co:Lab haben wir zur ersten virtuellen Mitgliederversammlung eingeladen. Wir haben mit rund 60 Teilnehmdnen über das Jahr 2020 gesprochen und über Aktivitäten im Jahr 2021 diskutiert. Wir nehmen das Ergebnis schon einmal vorweg: Wir sind happy und einfach nur dankbar über den großen Zuspruch und darüber, dass sich so viele tolle Menschen so intensiv in den Verein einbringen

Seit der Gründung ist einiges passiert. Ein turbulentes Jahr liegt hinter. Das lag nicht nur an Corona, aber die Pandemie hat auch bei uns einiges über den Haufen geworfen. Vieles musste anders laufen, als wir uns das vorgestellt haben. Virtuell konnten wir vieles kompensieren. Aber uns fehlt dennoch die physische Diskussion. Das wird hoffentlich in 2021 ein wenig besser.

Nachfolgend findet ihr eine kurze Übersicht, was seit der Gründung alles passiert ist:

1. Wir haben die Initiative #KoKI im Rahmen einer großen Auftaktveranstaltung in Berlin angestoßen. Darauf lag auch in 2020 unser Fokus. Mittlerweile sind wir auf einem guten Weg und werden die Initiative Januar/Februar 2021 beenden. Die redaktionellen Arbeiten laufen auf Hochtouren. Ein kleiner Appetizer zum Thema Bildung haben wir bereits in unserem Blog veröffentlicht. Ein großer Dank an alle für ihr beispielhaftes ehrenamtliche Engagement im Rahmen der Initiative.

2. Wir haben den Lenkungskreis und den Beirat des Co:Lab zusammengestellt. Beide Gremien unterstützen uns bei der strategischen Ausrichtung mit ihren unterschiedlichen Hintergründen bei der Ausrichtung des Vereins und bei den Initiativen. Lenkungskreis und Beirat stellen wir in Kürze noch einmal gesondert vor.

3. Wir haben den Verein ins Vereinsregister eintragen lassen. Das hat durch Corona leider etwas länger gedauert als geplant. Aber jetzt ist es vollbracht. Jetzt warten wir nur noch auf die Bestätigung der Gemeinnützigkeit.

4. Wir haben unseren Internetauftritt komplett überarbeitet. In diesem Rahmen haben wir auch noch einmal die Vereinsbeschreibung konkretisiert. Wir leben das permanente Beta und werden an der Homepage weiter arbeiten. Unser Lenkungskreismitglied Joana Breidenbach bring den Zweck des Vereins wunderbar auf den Punkt. Schaut einfach selbst: https://colab-digital.de/wp-content/uploads/2020/12/Joana_Breidenbach_Statement_logo.mp4

5. Presse-Clippings hatten wir z.B. in der innovativen Verwaltung, im Tagesspiegel, im Online-Magazin von VDZ.org – Verwaltung der Zukunf und im Magazin der Denkfabrik.

6. Wir haben zu einer Blogparade „Digitalisierung und Gesellschaft. Was kommt nach Corona?“ aufgerufen. Zahlreiche Beiträge haben uns erreicht und wurden in unserem Blog veröffentlicht.

7. Wir sind auf Social Media aktiv. Twitter, Facebook und LinkedIn sind aktuell unsere Kanäle. Nach der Mitgliederversammlung haben wir auf Twitter 100 Follower hinzugewonnen. Folgt uns gerne! Auf Twitter gibt es sogar eine Twitter-Liste „Co:Lab-Power“. Darin findet ihr alle Co:Lab-Mitglieder die einen Twitter-Account haben.

8. Panel-Diskussionen und Vorträge. Auch diese hatten wir auf der Agenda. Beispielhaft sei hier der Auftritt von Anika Krellmann im Rahmen des KI-Kongresses der EAF Berlin zum Thema „Frauen und künstliche Intelligenz genannt“.

9. Co:Lab-Support. Ehrenamtliches Engagement kostet Zeit. Wir freuen uns sehr, dass uns Capgemini mit einer studentischen Werkstudentin bei der Vereinsarbeit unterstützt und wir Vivian Müller (@vvmllr) willkommen heißen dürfen.

In 2021 werden wir bestehende Aktivitäten weiter ausbauen. Dazu gehört z.B. unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch die Kommunikation mit unseren Mitgliedern und im Rahmen von Initiativen werden wir weiter verbessern. Wir bringen aber auch weitere Formate an den Start. Im Januar starten wir mit einer neuen Blogparade „Starke Gedanken und Herzensthemen“. Hier kommen unsere Mitglieder mit ihren Herzensthemen zu Wort. Diese werden – wenn es passt – in den Kontext des Themas Nachhaltigkeit gesetzt. Denn „Nachhaltigkeit gesellschaftlich diskutieren und gestalten“ ist nach #KoKI unsere nächste Initiative. Um dieses breite Thema mit Leben zu füllen, laden wir Anfang des Jahres 2021 zu einem virtuellen Barcamp ein. Es wird aber noch weitere neue Formate geben. Beispiel starten wir in 2021 mit unserem Podcast „Knackig Digital“. Lasst euch überraschen.

Jetzt sagen wir noch einmal Danke! und wünschen euch und euren Lieben eine wunderbare Weihnachtszeit und alles Gute für das Jahr 2021! Und denkt daran: Haltet Abstand und bleibt gesund!

Herzliche Grüße

Anika, Gerald, Marc und Alexander

PS: Wer Lust hat die Vereinsarbeit  des Co:Labs und die Initiativen finanziell mit einer Spende zu unterstützen, kann dies einfach und bequem über folgenden Link tun: https://colab-digital.de/spenden/

 

Was haben automatisierte Prozesse mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun?

Was haben automatisierte Prozesse mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun?

Daten sind das Futter der Digitalisierung. Wer Daten hat, hat Macht. Entscheidungsmacht, Prozesse zu gestalten, Strukturen zu verändern oder Systeme zu implementieren. Die interessanten Fragen sind also, wer hat diese Macht inne, aus welcher Perspektive und in wessen Interesse wird entschieden? Fragestellung, die all jenen, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit oder Vielfaltsperspektiven befassen, nicht neu sind. Zeit also mit jenen zu sprechen, die Chancengerechtigkeit und Digitales zusammendenken. 

Drei Gründe: Implicit Bias & Künstliche Intelligenz

Die Beispiele dafür, dass automatisierte Prozesse verzerrte Entscheidungsgrundlagen produzieren, sind zahlreich: Vom rassistischen Seifenspender zur Recruitingsoftware, die weibliche Bewerberinnen aussortiert. Woran liegt das? Sind die Entwickler:innen sexistische Rassist:innen? Wohl kaum. Vielmehr lassen sich mindestens an drei Stellen des KI-basierten Innovationsprozesses implizite Wahrnehmungsverzerrungen festmachen:

1) Trainingsdaten basieren auf vergangenen oder aktuellen Zusammensetzungen z.B. von Entscheidungsträger:innen in Unternehmen. Hier wissen wir, dass in vielen Branchen der Anteil männlicher Führungskräfte größer ist als der weiblicher. Trainingsdaten, die eine geschlechterungerechte Wirklichkeit abbilden, werden demnach lernen, dass Frauen keine geeigneten Führungskräfte sind.

2) Der Frauenanteil in der IT-Branche beträgt 17 Prozent und nur 12 Prozent der KI-Forschung wird von weiblichen Wissenschaftlerinnen betrieben. Das gibt Anzeichen darauf, dass die Perspektive derer, die am Design-Prozess eines automatisierten Entscheidungsprozesses häufig eine männliche ist.

3) Die Frage des Einsatzes von KI-basierten Systemen bzw. die Entscheidung darüber, wie die Umsetzung erfolgt, kann auch eine verzerrte Geschlechterperspektive beinhalten. Use-Cases werden von Entscheider:innen definiert – und die sind sowohl in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vor allem männlich. 

Online-Event: Geschlechterperspektive und Digitales

Technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Realitäten hängen also zusammen – und das nicht erst seit wir über Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz sprechen. Beim Online-Event „Frauen* und Künstliche Intelligenz – Geschlechterpolitische Veränderungen durch neue Technologien“ sind verschiedene Speakerinnen der Frage nachgegangen, welche Chancen die Thematik birgt. Neben einer Keynote zur notwendigen Entmystifizierung von Künstlicher Intelligenz und einer Einladung, gesellschaftliche Diskurse interdisziplinär dazu mitzugestalten, ging es themenbezogen weiter. In zwei Panels mit Expertinnen ging es um Unternehmen und Arbeit sowie Zivilgesellschaft und Politik. Im ersten Panel konnten wir zu Arbeitsbedingungen in Zeiten der Digitalisierung sprechen und dem Potenzial von automatisierten Anwendungen für Weiterbildungen und Qualifikation. Im zweiten Gespräch ging es vor allem darum, wie Prozesse gestaltet werden müssen, um demokratischen Kriterien zu entsprechen. Schlüsselbegriffe des Events waren themenübergreifend: Transparenz, Mitgestalten, Dialog und Perspektivenvielfalt. Im Mai 2021 ist eine Folgeveranstaltung geplant.

 To be continued: Sichtbarkeit und Mitgestalten

Neben publikumswirksamen Austausch und schillernden Begriffen, ist es, so meine Überzeugung, von zentraler Bedeutung, all jene, die sich seit Jahrzehnten für Fragen der Gleichstellung und Chancengerechtigkeit einsetzen, die Ries:innen auf deren Schultern auch ich stehen darf, zu ermutigen, ihre Expertise und Fragen gesellschaftlicher (Entscheidungs-)Machtungleichverhältnisse auch in vermeintlich technische Diskurse einzubringen. Ich bin davon überzeugt, dass Macht, Design und soziale Gerechtigkeit dynamisch miteinander verwoben sind und dass Gesellschaft und Technik immer zusammengedacht werden müssen. Fragestellungen, die nicht nur unsere gemeinsame Zukunft, sondern vor allen Dingen auch unsere gemeinsame Gegenwart betreffen, sollten nicht nur technische, sondern vor allem gesellschaftliche und gemeinwohlorientierte Antworten bekommen. Es geht nicht um Science Fiction oder blaue Roboter-Magie, sondern darum, wie wir unser Zusammenleben gestalten wollen. Dafür brauchen wir nicht nur Antworten aus der IT-Abteilung, sondern solche, die sich aus gesellschaftlichen Debatten und einem gemeinsamen Werteverständnis ableiten. Dann werden auch die großartigen Chancen, die interdisziplinäre Expertise und demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten sichtbar(er).

Autorin: Hanna Völkle

Hanna Völkle ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet für die EAF Berlin zu den Themen Vielfalt, Digitalisierung und Organisationsentwicklung. Ihre Arbeitgeberin setzt sich als gemeinnützige Organisation seit knapp 25 Jahren für Chancengerechtigkeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein. Für KoKI hat sie in der Arbeitsgruppe „Ethik & Recht“ eingebracht.

Hanna auf Twitter: @HannaVoelkle

Smart City & Kultur – Mit Innovationsfähigkeit und Phantasie auf Entdeckungsreise

Smart City & Kultur – Mit Innovationsfähigkeit und Phantasie auf Entdeckungsreise

Vernetzung & Sozialer Zusammenhalt

Unter dem Motto „Gemeinwohl und Netzwerkstadt / Stadtnetzwerk“ hat das Ministerium des Innern, für Bau und Heimat zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die 2. Staffel zur Entwicklung von „Smart Cities made in Germany“ ins Leben gerufen. Zum Zeitpunkt der Ausschreibung war noch nicht klar, wie sich die Coronakrise entwickeln würde und es schien nur eine weitere Ausschreibung, mit ordentlich Geld versehen, für einen nach wie vor nur schwer greifbaren Themenkomplex Smart Cities. Aber: Das Motto Gemeinwohl und Netzwerkstadt war intelligent gewählt, ist aktueller denn je und sollte nochmals genau reflektiert werden! Annäherung durch Vernetzung. Eine Grundidee des sozialen Zusammenhalts, die jetzt in das Digitale überführt werden muss- während der Coronakrise, aber vor allem auch danach.

Smart heißt auf Beständigkeit setzen

Die Begrenzung des Raums spielt im Kontext der Digitalisierung keine Rolle mehr. Distanzen werden verringert, Nähe kann geschaffen werden, neue digitale Spielräume werden eröffnet. Die Möglichkeiten zum Arbeiten von zu Hause via Home Office, zum Lernen von zu Hause oder soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, erscheinen völlig neu erlebbar. Konzepte für Smart Cities kommen wieder auf den Tisch. Doch auch hier müssen mitunter erst Grundlagen geschaffen werden, die auch langfristig Bestand haben, d. h. Infrastrukturen, wenn nicht vorhanden, müssen erst aufgesetzt werden, Regeln für die Kommunikation erlernt und auch die Offenheit und Bereitschaft für den Umgang mit Daten und Geräten mitgebracht werden. Dies nicht nur unmittelbar, sondern nachhaltig, um somit Strukturen zu etablieren, die nicht nur smart sondern auch beständig und nachhaltig wirken können – unabhängig von der Pandemie. Gerade im ländlichen Raum, wo der soziale und persönliche Zusammenhalt ein Grundpfeiler darstellt, kann Digitalisierung eine wichtige Chance bieten! Für das Bildungswesen, für die Nahversorgung, für die Wirtschaft, aber auch für die Kultur!

 Neue Herausforderungen für die Kultur im ländlichen Raum

Der Kulturbereich im ländlichen Raum ist von spezieller Prägung und leider steht zu oft der Vergleich zum urbanen Kulturerlebnis im Fokus. Dabei geht es nicht um den Vergleich und  Konflikt zwischen Stadt und Land oder dem Austausch zwischen städtischen und dem ländlichen Kulturleben, vielmehr geht es um die Bedeutung der lokalen Besonderheiten und Traditionen im ländlichen Raum und seine identitätsstiftende Wirkung. So hat beispielsweise der Dialogprozess in Baden-Württemberg gezeigt, dass „in ländlichen Räumen jeweils regionale Identitäten und Bedürfnisse eine wichtige Rolle spielen“ (Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Quelle: https://www.trafo-programm.de/812_ideenkongress/862_themenraume/976_kulturforderung/1105_kultur-ist-auch-im-landlichen-raum-ein-wichtiger-standortfaktor)

Identitätsstiftende Wirkung ist im ländlichen Raum von besonderer Bedeutung und bedarf Unterstützung und auch das Land Brandenburg trägt diesem Ansatz Rechnung. In seinem Förderprogramm Regionale Ankerpunkte liegt das Augenmerk auf die „identitätsstiftenden Auseinandersetzung mit Themen aus Geschichte und Gegenwart, sie fördern Integration und Partizipation der Bürgerinnen und Bürger und übernehmen gerade auch im ländlichen Raum eine wichtige Funktion als soziale Orte der Begegnung“ (Quelle: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/kultur/kultur-und-denkmalfoerderung/genrespezifische-kulturfoerderung/) Derartige Angebote spielen kontinuierlich, d.h. weit über die Coronakrise hinaus, eine wichtige Rolle!

Kultur benötigt angesichts von Corona neue kreative Formen und Inhalte, die Tradition und neue Lebens- und Erfahrungswelten zusammenbringen. Der Kulturbereich steht vor anderen Herausforderungen als noch vor wenigen Jahren – demografischer Wandel, Internationalisierung, Digitalisierung, und nun Corona! Digitalisierung in der Kulturpolitik kann diese Veränderungen begleiten und unterstützen. Die Chance dabei: Teilhabe am digitalen kulturellen Geschehen muss nicht vom Wohnort abhängen und kann so mehr Bürger und Bürgerinnen Zugang zum Kulturerlebnis ermöglichen – vielleicht sogar zum ersten Mal – und Begeisterung verschaffen.

Kultur – eine wichtige Säule der Demokratie!

Um eine nachhaltige Wirkung erzielen zu können, bedarf es geeigneter Angebote, die auch jetzt während der Krise, entwickelt werden und Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt werden können. Denn akut steht diese Zielgruppe vor erheblichen Problemen: Wie kommen Kulturschaffende an ihr Publikum, wenn öffentliche Veranstaltungen abgesagt sind? Wie kommt das Publikum zur Kultur? Erste positive Beispiele sind bereits entstanden, wie in Berlin mit www.berlinalive.de oder in Hamburg mit https://hamburg.stream. Initiiert von der DigitalAgentur Brandenburg gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg ist mit www.kultur-bb.digital auch ein Meta-Portal ins Leben gerufen, das mittels des Hashtags #kulturBB diverse Nachrichten aus sozialen Medien in Brandenburg zusammenfasst. Anders als in den Metropolen wird ein Schaufenster geschaffen, das die ländliche Kulturszene in Zeiten der Covid-19-Pandemie anspricht und für alle Akteure im Bereich Kunst und Kultur im Land Brandenburg zur Verfügung steht. Schnell, niedrigschwellig und im Betrieb günstig werden neue digitale Formate präsentiert und können ausprobiert werden.

Allen Portalen gemein ist: Der Innovationsfähigkeit und Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Das Publikum kann die neue Vielfalt des kulturellen Angebots als digitale Entdeckungsreise erleben. Kulturschaffende finden ein Publikum auch jenseits des eigenen Twitter-Kanals. Das macht Lust auf mehr – auch nach Corona! Gerade in Zeiten von Social Distancing können hier neue kreative Formate entwickelt und verprobt werden. Darüber hinaus können Konsumenten auch nach der Coronakrise davon profitieren. Jene, die bislang wenig Zugang oder Gelegenheiten für Theater- oder Konzertbesuche hatten oder nicht im Entferntesten an die Möglichkeit gedacht hatten, virtuelle, Augmented Reality (AR) basierte Museumsbesuche zu erleben. Zu einer smarten und digitalen Gesellschaft gehört ein kultureller Unterbau – dies ist Bestandteil nicht nur geistiger Vielfalt und Kreativität, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Demokratie!

Über den Autor

Peter Siebert, Bereichsleiter Smart City & Region der DIgitalAgentur Brandenburg GmbH. Die DigitalAgentur Brandenburg als junge Einrichtung des Landes Brandenburg hat sich zum Zeichen gesetzt als Scharnier zwischen dem Land und den kommunalen Gebietskörperschaften zu agieren und zu unterstützen. Im Fokus steht dabei die Entwicklung hin zu einem innovativen und smarten Lebensraum. Dazu gehören Handlungsfelder der Digitalen Transformation und deren Vernetzung, z. B. in den Bereichen Verkehr, Arbeit und Daseinsvorsorge, aber auch bei der Kultur. Mit einzelnen Pilotprojekten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen sollen Blaupausen für weitere Digitalisierungsvorhaben im Land Brandenburg zur Verfügung gestellt und der Aufbau der digitalen Kompetenz auf kommunaler Ebene unterstützt werden.

 

Beitragsbild: ninocare/pixabay.com