Verschiebung unseres virtuellen Workshops am 24. März

Verschiebung unseres virtuellen Workshops am 24. März

Liebe Kokis,

in Zeiten von Corona wirkt es, als halte die Welt einen Moment lang den Atem an: Die Straßen sind leerer als sonst, Spielplätze gesperrt, unser öffentliches Leben pausiert, soziale Kontakte müssen wir stark einschränken oder ganz vermeiden.

Die virtuelle Welt hingegen pulsiert: Immer mehr Meetings finden per Videokonferenz online statt und wir finden neue Wege, um uns zu “sehen” und auszutauschen. Wir hatten gehofft, diesen Weg auch für unseren Workshop am 24. März zu finden und geplant, virtuell mit Euch in die Diskussion und vor allem ins konkrete Tun zu kommen.

Die Beteiligung kommunaler Akteure liegt uns in dieser Initiative “Künstliche Intelligenz in Kommunen” ganz besonders am Herzen. Wir stellen fest, dass viele unserer kommunalen Begleiter*innen und Impulsgeber*innen aktuell fest in das Krisenmanagement ihrer Verwaltungen eingebunden sind. Kommunen sind gefordert, die wichtigsten Strukturen aufrecht zu erhalten und Krisenstäbe tagen daher jeden Tag, teils bis abends spät. Auch die IT hat dabei eine Schlüsselfunktion: Viele Prozesse müssen nun digital laufen, Home Office muss vielen Mitarbeitenden ermöglicht werden etc. Dieser Arbeit gebührt unser aller Dank.

Daher haben wir uns entschieden, unseren virtuellen Workshop am 24. März abzusagen. Wir versprechen Euch, dass wir mit einem neuen Termin auf Euch zukommen, sobald die aktuelle Situation es zulässt. Bis dahin werden wir in die unterschiedlichen Channels ausschwärmen und unterstützen Euch gern bei der weiteren Arbeit. U.a. erstellen wir ein Dokument, in dem unser Umgang mit dem Begriff “KI”, Adressat und Spirit der Publikation, die Struktur und unsere Abgrenzung zu anderen Initiativen hervorgehen. Außerdem planen wir eine kurze Befragung an Kommunen, um weiteren praktischen Input zu erhalten. Auch hierzu bitten wir Euch dann nochmal um Euer Feedback.

Bleibt gesund!

Corona als Chance

Corona als Chance

Wir haben heute unsere Face-to-Face-Konferenz der Initiative „KI in Kommunen“ #KoKI am 24. März abgesagt. Der Grund: #Corona.

Wir vom Colab_digital sind uns einig, dass die Risiken zu hoch sind, alle leiblich an Bord zu holen angesichts eines bundesweit arbeitenden Netzwerkes: Viele unserer ExpertInnen und Aktiven müssten quer durchs ganze Land anreisen. Das wollen wir vermeiden! Mit unserer Absage zeigen wir uns stattdessen solidarisch mit den möglicherweise von Corona besonders bedrohten Personengruppen, die wir alle in unsere Familien haben.

ABER! Dadurch verschwindet keineswegs die Tatsache, dass wir viel zu tun haben in unserem Format. Wir werden uns noch ein Format überlegen, wie wir einen dreistündigen Sprint hinlegen, der eine Mischung aus Plenum, Arbeitsgruppen und Textarbeit ist. Tipps und Erfahrungen unbedingt willkommen!

Und damit sind wir beim Punkt: #Corona ist auf verstörende Weise auch eine Chance für Deutschland geworden!

Es ist eigentlich erschreckend: Ein Virus zwingt uns im Jahr 2020, durch und durch digital zu denken und wir dachten die ganze Zeit, wir hätte noch nicht die richtigen Argumente oder die falschen Anwendungen 😉

Überall werden zurzeit händeringend Tools gesucht, die virtuelles Arbeiten möglich machen- ohne, dass jemand dafür die Stiefel schnüren muss. Sogar von virtuellen Messen auf eigens entwickelten Plattformen ist die Rede und rückt Visionen ins Machbare. Selbst Behörden und Verwaltungen schalten schnell und kreativ um – sie suchen und testen derzeit die digitale Verständigung, um auch staatliches Handeln im neuen Denkmodus fortzusetzen.

Digitales neues Arbeiten tritt damit aus seinem Nerd-Nischen-Dasein heraus – in einer sichtbaren Form, wie wir das lange nicht für möglich gehalten haben.

Diese Kreativität in der Umsetzung zeigt, wie viel Luft für Entwicklungen und neue Formen der Zusammenarbeit da noch nach oben ist. Wir stehen an einer Wegkreuzung, die Veränderung in künftiger Zusammenarbeit breitflächig möglich macht. Weil viele Menschen nun mit den Vorzügen – aber sicher auch noch mit einigen Hindernissen – konfrontiert werden.
Aber auch sehen: es gelingt.

Wir vom Colab_digital sehen daher auch die Chance, die in diesen hektischen Tagen steckt. Wir nutzen sie.

Bleibt gesund und passt auf Eure Kranken und Großeltern auf!

#KoKI setzt beim Auftakt in Berlin ein starkes Signal

#KoKI setzt beim Auftakt in Berlin ein starkes Signal

Für Veränderung muss das Herz brennen! Und das ist bei den Initiatoren – Marc Groß, Alexander Handschuh, Anika Krellmann & Gerald Swarat – von  #KoKI auch Tage nach dem Auftakt in Berlin noch immer der Fall. Deutlich mehr als 100 Gäste und Expertinnen und Experten waren beim Kick-off zur ersten Initiative “KI in Kommunen” (= #KoKI) des Vereins Co:Lab am Start und haben ein starkes Signal gesetzt: Offen, mutig und vernetzt in eine Zukunft mit KI.

Die Initiatoren sind überzeugt, dass der Weg dorthin über tiefgehende interdisziplinäre und offene Debatten auf Augenhöhe führt. Dieser Auftrag ist auch der Leitgedanke der Gründungsmitglieder des neuen Co:Labs. Sie wollen gute Beispiele verwertbar machen und Gelerntes aus dem Scheitern von Pilotprojekten verwenden. Daraus sollen dann konkrete Handlungsleitfäden entstehen. Dazu stellen sie die richtigen Fragen und geben aus der Gemeinschaft der Expertinnen und Experten Antworten. #KoKI macht deutlich, dass wir beim Thema Künstliche Intelligenz noch ganz am Anfang stehen und die eigentliche Wucht dieser Technologie noch gar nicht erfassen können. Umso wichtiger ist es, bereits jetzt die Weichen zu stellen, zu experimentieren und zu lernen, damit wir sie für den gesellschaftlichen Fortschritt einsetzen können.

Der Auftakt der Initiative #KoKI fand auf Einladung von Thomas Langkabel, dem NTO von Microsoft, am 19. Dezember 2019 in Berlin statt. Dass wir KI gelegentlich etwas „entzaubern“ müssen, um wirklich weiterbringend und vor allem sinnstiftend über sie diskutieren zu können, zeigte Thomas Langkabel gleich bei seiner Begrüßung als Gastgeber. „Ruhig durchatmen“, hieß es da. Betrachtet man es nüchtern, ist KI „angewandte Statistik und gutes Marketing“ – kein Grund also für die „German Angst“. Aber eben jene müssen wir ablegen, um die Potenziale für KI in der Gesellschaft und gerade „vor Ort“ in den Kommunen zu heben. Daher folgten lebhafte Beispiele dazu, was KI möglich macht. Beispielsweise zeigte er, wie gerade körperlich beeinträchtigte Menschen von ihr profitieren und Hilfe im Alltag erhalten, oder am Beispiel von Bad Hersfeld, wie „Urban Cockpits“ Städte und Gemeinden bei der Steuerung unterstützen.

Im Rahmen der Statements der Initiatoren formulierte Gerald Swarat den Anspruch an die Initiative: “Wir müssen wieder verantwortlicher darüber diskutieren, welche Auswirkungen neue Technologien auf Mensch und Gesellschaft haben, und klarstellen, dass wir den Gestaltungsauftrag annehmen und die Zukunft nicht nur ertragen wollen, sondern aktiv gestalten werden. Denn der Mensch im Mittelpunkt muss immer bedeuten: Es geht um ein gutes, selbstbestimmtes Leben, um das Gemeinwohl in Einklang mit Natur und Umwelt, und eben nicht nur um meine eigene Generation, sondern auch um die meiner Enkel, deshalb wollen wir gemeinsam bessere Geschichten erzählen.” Und für diese guten Geschichten, so Gerald Swarat, braucht es „mutige Rezepte“ – genau da wird das Co:Lab ansetzen. Eine der Aufgaben der Initiative ist daher auch, die Debatte aus dem Berliner Elfenbeinturm in die Realität vor Ort zu tragen. Die Initiative nimmt deshalb auch Regionalworkshops in den Blick.

Marc Groß brachte in diesem Zusammenhang die Rolle des kommunalen Managements auf den Punkt: “Mit der Veränderung durch KI müssen wir uns alle – auch die Kommunen –  befassen. Denn die KI bringt viel Energie mit. Sie wird in den kommenden Jahren vieles auf den Kopf stellen, uns aber gleichzeitig viele Chancen einräumen, die wir ebenso nutzen müssen. Beispielsweise kann sie uns von Routinetätigkeiten entlasten und helfen, dadurch vielleicht den demografischen Wandel gesamtgesellschaftlich ein bisschen besser stemmen zu können. Wir gewinnen Lebenszeit. Zeit, die gerade beim Einsatz der rar gesäten Fachkräfte Gold wert ist. Diese Veränderung bringt aber auch Gestaltungsoptionen mit sich, die das kommunale Management angehen muss! Das fängt bei Prozessen und Strukturen an und hört beim Thema Führung noch lange nicht auf. Wir müssen uns aktiv damit auseinandersetzen, wie sich Arbeit verändert und welche Auswirkungen das sowohl auf die Bewertung einzelner Stellen haben kann als auch auf die grundlegende Organisation der Verwaltung oder die Zusammenarbeit im föderalen System.”

Alexander Handschuh betonte in seinem Statement zur Initiative den besonderen Charakter der Zusammenarbeit über Ebenen und Institutionen hinweg. Von der Idee bis zur Umsetzung sei nur wenig Zeit vergangen, und niemand der Beteiligten habe darüber gesprochen, warum es nicht funktionieren könne. Alle Akteure, die sich bei der Initiative engagieren wollen, zeichne eine besondere Motivation und positives Denken aus. Dies zeige deutlich, dass es mit Blick auf digitale Lösungen und neue Formen der Zusammenarbeit gelingen kann, jenseits von Zuständigkeiten zu denken und zu agieren. Es gelte, besonders die Chancen durch KI und neue Lösungen in den Blick zu nehmen, ohne dabei die kritischen Aspekte zu verschweigen. KI werde keine Arbeitsplätze kosten und bedrohe keine Jobs in den Kommunen. Das Gegenteil sei der Fall: Nur wenn es gelinge, die Chancen der Digitalisierung und die Potenziale der künstlichen Intelligenz zu nutzen, werde es den Kommunen und ihren Verwaltungen gelingen, auch in der Fläche präsent zu bleiben.

Nach zwei spannenden Impulsvorträgen der Gast-Speaker Heike Zirden (Leiterin Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS) und Marco-Alexander Breit (Leiter Stabsstelle KI des BMWi) ging es aufs Podium. Dies hatten Anika Krellmann und Gerald Swarat fest im Griff. Die Initiative wurde in der Diskussion von Marco-Alexander Breit, Dieter Janecek, MdB, Theo Kratz, Digitalisierungsverantwortlicher der Stadt Bergheim, Prof. Jörg Müller-Lietzkow, Hafencity University Hamburg, und Lena-Sophie Müller, D21, unterstützt.

Auf dem Podium wurden unterschiedliche Themen im Kontext von KI aufgegriffen. Es kristallisierten sich einige Schwerpunkte heraus: So ging es um die Motivation für KI auf kommunaler Ebene, aber auch um den Rahmen, den Kommunen dafür von seiten des Bundes und der Länder brauchen, beispielsweise durch finanzielle Unterstützungen oder Kompetenzzentren. Dies stellte Theo Kratz anhand ganz konkreter Beispiele in Bergheim dar. Lena-Sophie Müller berichtete von anschaulichen Beispielen, wie gerade vor Ort die digitale Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger gestärkt werden kann, und von der hohen Relevanz der Nutzerakzeptanz: „Die Menschen sind neugierig.“

Diese Neugier müssen wir nun wertschöpfend nutzen. Jörg Müller-Lietzkow brachte auf den Punkt, dass auch und gerade im Kontext von KI die Menschen immer noch unsere „Kernressource“ sind und wir die Fachkräfte hier entsprechend fördern und unterstützen müssen. Es sei daher genau der richtige Ansatz, Expertinnen und Experten zusammenzuholen und zu vernetzen.

Nach der öffentlichen Auftaktveranstaltung zur Initiative fand dann ein Workshop mit rund 70 Expertinnen und Experten statt. Mit dabei waren Akteure der kommunalen Ebene, der  Bundes- und Landesministerien sowie aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Beflügelt vom Vormittag wurden zu Beginn das erste mögliche Ergebnis und der Instrumentenkasten diskutiert. Aber vor allem wurde über die inhaltlichen Themen und deren Ausrichtung “gestritten”. Nach rund 2,5 Stunden hatten sich 10 thematische Teams gefunden, die jetzt selbstorganisiert die Arbeit aufnehmen. Diese reichen vom “Glossar”, über Themen wie “Stadt- und Regionalentwicklung” sowie “Umwelt und Nachhaltigkeit”, bis hin zu Themen wie “Facing Fears & UX / Nutzerinnen- und Nutzerakzeptanz”. Die ersten Ergebnisse werden noch vor der Sommerpause angestrebt. Wer bei der Auftaktveranstaltung nicht dabei war, aber noch Lust hat mitzumachen, ist herzlich eingeladen.

Ein paar Impressionen haben wir von der Veranstaltung für Euch aufgeschnappt: