Podcast “Perspektivwechsel: Im Gespräch mit Joana Breidenbach ” ist online

Podcast “Perspektivwechsel: Im Gespräch mit Joana Breidenbach ” ist online

Und wieder ist ein neuer Podcast online. In der fünften Folge unseres Podcast “Musterbrecher:innen Digital” ging es um das Thema Perspektivwechsel. Mit Joana Breidenbach haben Marc Groß, Anika Krellmann und Gerald Swarat über die wichtigsten Lehren aus der Corona-Pandemie, die drängendsten gesellschaftspolitischen Themen, die durch die kommende Regierung unbedingt angegangen werden müssen, über Nachhaltigkeit und die neue Initiative des Co:Lab, über das Thema New Work, die Rolle der Zivilgesellschaft in der Gestaltung einer nachhaltigen und digitalen Zukunft und den ganz persönlichen Perspektivwechsel von Joana gesprochen.

Joana ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Internetunternehmerin, Mitgründerin der Spendenplattform betterplace.org, Gründerin des Think Tank betterplace lab und Mitglied im Lenkungskreises des Co:Lab.

Der Co:Lab-Podcast “Musterbrecher:innen Digital

In unserem Podcast “Musterbrecher:innen Digital” greifen wir regelmäßig Themen im Kontext von Gesellschaft und Digitalisierung auf, die Euch und uns beschäftigen. Wir diskutieren Hintergründe, decken alte Muster auf, sprechen über Muster, die es in Zukunft braucht und diskutieren Zusammenhänge. Den Podcast findet ihr u.a. auf Podomatic, Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast.

Podcast “Post-Corona: Im Gespräch mit Jörg Müller-Lietzkow” ist online

Podcast “Post-Corona: Im Gespräch mit Jörg Müller-Lietzkow” ist online

Bereits im Juni haben wir die vierte Folge unseres Podcast “Musterbrecher:innen Digital” aufgenommen. Mit Jörg Müller-Lietzkow haben Marc Groß und Gerald Swarat über einen ganzen Strauß an Themen gesprochen.

  • Was sind die drängendsten Themen nach Corona?
  • Braucht es ein Digitalisierungsministerium auf Bundesebene, damit die Digitalisierung in Deutschland richtig in Schwung kommt

Außerdem ging es um das Thema Nachhaltigkeit und die Rolle des Co:Lab im Rahmen der digitalen Fortrschrittsdebatten. Hört einfach mal rein:

Jörg ist Präsident der HafenCity Universität Hamburg, Vorsitzender vom C-Netz und großartiges Beiratsmitglied im Co:Lab e.V..

 

Der Co:Lab-Podcast “Musterbrecher:innen Digital

In unserem Podcast “Musterbrecher:innen Digital” greifen wir regelmäßig Themen im Kontext von Gesellschaft und Digitalisierung auf, die Euch und uns beschäftigen. Wir diskutieren Hintergründe, decken alte Muster auf, sprechen über Muster, die es in Zukunft braucht und diskutieren Zusammenhänge. Den Podcast findet ihr u.a. auf Podomatic, Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast.

Neue Initiative startet im Mai: Nachhaltig Digital | Digital Nachhaltig

Neue Initiative startet im Mai: Nachhaltig Digital | Digital Nachhaltig

Nachhaltigkeit als Handlungsmaxime in der digitalen Transformation

Globale Verschiebungen finden in unterschiedlichen Gestaltungsfeldern und auf unterschiedlichen Ebenen mit teils atemberaubender Geschwindigkeit statt. Wir befinden uns im Übergang zu einer neuen Gesellschaftsform: Die Netzwerkgesellschaft. Sie funktioniert anders und braucht daher ein anderes – ein neues (politisches) Handeln und Denken. Mehr denn je wird aus diesen Gründen die Frage nach der beziehungsweise nach mehr Nachhaltigkeit gestellt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um ökologische Themen wie den Klimawandel. Es geht vielmehr um Wirkungsprinzipien in einem mehrdimensionalen komplexen Beziehungsgeflecht verschiedener, natürlicher Ökosysteme verknüpft mit Digitalisierung und Technologien. Eindimensionale Sichtweisen bringen uns hier nicht weiter, sie verstellen lediglich den Blick auf die wichtigen Zukunftsfragen.

Technologien werden in Verbindung mit der Digitalisierung oftmals als unaufhaltsamer, sich beschleunigender Prozess erlebt und dargestellt, der nicht verändert werden kann. Digitalisierung und Technologien sind aber keine Naturgewalten. Sie können und sollten von uns nachhaltig gestaltet werden. Damit dies gelingt, müssen Prozesse und Auswirkungen dieser technologischen Transformation von den gesellschaftlichen Akteuren umfassend verstanden und ihre Verursacher:innen und Treiber transparent gemacht werden. Das setzt voraus, dass unterschiedliche gesellschaftliche Sichtweisen zusammen kommen und bestehende Wertvorstellungen verstanden, akzeptiert und respektiert werden.

Mit dieser Initiative leistet das Co:Lab einen aktiven Beitrag für eine wirksame (digitale) Nachhaltigkeit. Wir behandeln das Thema “Nachhaltigkeit als Handlungsmaxime in der digitalen Transformation” vorausschauend und lösen zentrale Fragestellungen transformativ in unterschiedlichen Gestaltungsfeldern unseres gesellschaftlichen Lebens. Denn nur so können wir Langfristigkeit, Generationengerechtigkeit und Ressourceneffizienz erreichen. Dafür müssen wir uns vom “typisch deutschen” inkrementellen Denken lösen!
Dafür schaffen wir die notwendigen Denkräume und diskutieren darüber, wie die Digitalisierung nachhaltig mit gesellschaftlichen Zielen verbunden werden kann. Wir sprechen zum Beispiel darüber, welche Rollen öffentliche und private sowie lokale und globale Akteure dabei spielen können, sollten und müssen. Wir beantworten die Frage, welchen Rahmen Staat und Gesellschaft schaffen müssen, um den Digitalen Wandel in den Dienst nachhaltiger Entwicklung zu stellen.

“Niemand will wirklich das Klima schädigen. Alle sind daran interessiert daran, eine enkelfähige Welt zu hinterlassen. Jedoch steht diesem Eigeninteresse das klassische Brecht’sche Bonmot entgegen: “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.” Will heißen: Nur wer es sich finanziell leisten kann, wird den Kopf für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen übrig haben. Es sei denn, man hat gar keine Alternative, als im Interesse der Klimaneutralität zu agieren. Damit liegt der Ball wieder in der Politik.” Anja C. Wagner (Mitglied im Lenkungskreis des Co:Lab e.V.)

Von Mai 2021 bis Dezember 2021 kommen Expert:innen und Interessierte aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Verwaltung und Politik (virtuell) zusammen, um in einer klassischen Think-Tank-Art auf Grundlage ihrer Expertise die aktuellen Chancen und Herausforderungen des Themas Nachhaltigkeit der digitalen Transformation interdisziplinär und multiperspektivisch zu beleuchten. Um beim Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung notwendige transformative Sprünge zu erreichen, müssen wir uns von alten Denkmustern verabschieden und neue Aufbauen. Wir zeigen attraktive Alternativen zum bestehenden Denken, entwickeln Zukunftsbilder und Narrative, die eine gemeinschaftliche Begeisterung entfachen. Uns trägt dabei die Denkweise des sowohl-als-auch und nicht ein entweder-oder-Paradigma.

Mehr Infos zur Initiative findet ihr hier.

Chancengleichheit in der Bildung

Chancengleichheit in der Bildung

Wie kann lebenslanges Lernen für alle sichergestellt werden und was hat die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung damit zu tun?

Die Agenda 2030 besteht aus fünf maßgeblichen Dimensionen: Menschen, Wohlstand, Planet, Partnerschaft und Frieden (People, Prosperity, Planet, Partnership and Peace – bekannt als die fünf „Ps“). Der traditionelle Ansatz der nachhaltigen Entwicklung besteht aus den drei Kernelementen soziale Inklusion, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz. Die Agenda 2030 baut darauf auf und ergänzt den Ansatz um die Elemente Partnerschaft und Frieden. Im Zusammenspiel dieser fünf Dimensionen ergibt sich echte Nachhaltigkeit.

Die Bedeutung von Bildung im Rahmen der Agenda 2030

Der Bildung ist im Rahmen der 17 SDGs (Sustainable Development Goals) unter SDG4 ein eigenständiges Ziel gewidmet. Dieses enthält 7 Unterziele (Targets 4.1 – 4.7) und 3 Implementierungsmechanismen (4a-c).

Während das Millenniums-Entwicklungsziel  (MDG 2) den Schwerpunkt auf Kinder und ihren Zugang zu Grundschulbildung legte, verfolgte das Aktionsprogramm „Bildung für alle“ eine breitergefasste Agenda, die auf Befriedigung der grundlegenden Lernbedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen abzielte. Leider wurde das Ziel des Aktionsprogrammes „Bildung für alle“, das Recht auf Grundbildung für alle zu sichern, nicht bis zur vereinbarten Frist im Jahr 2015 erreicht.

Daher stellt die Bildungsagenda 2030 eine Fortsetzung dieser unvollendeten Agenda von „Bildung für alle“ dar, geht jedoch noch darüber hinaus, indem sie alle Länder verpflichtet, einen chancengerechten Zugang zu hochwertigen Lernangeboten auf allen Bildungsstufen im Sinne des lebenslangen Lernens sicherzustellen. Zusätzlich wurde die Thematik ausgeweitet und beinhaltet unter anderem auch die Themen frühkindliche Entwicklung und Gesundheit. Die SDGs helfen dabei, die Grundwerte und Prinzipien, die der Agenda 2030 zugrunde liegen, in konkrete und messbare Ergebnisse umzuwandeln. Mit Annahme der Agenda bekennen sich die UN-Mitgliedsstaaten zu einem ehrgeizigen Aktionsplan, der nach einer konzertierten Mitwirkung aller Akteure verlangt. 

Zugleich muss jeder von uns persönlich konkrete Schritte unternehmen, um das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten. Bei alledem gilt: Lebenslanges Lernen ist eine Grundvoraussetzung, um die angestrebten tiefgreifenden Veränderungen erfolgreich voranzutreiben.

Die UNESCO sagt „Die Globale Nachhaltigkeitsagenda ist eine zwischenstaatliche Verpflichtung und ein Aktionsplan für Mensch, Umwelt und Wohlstand. Sie enthält 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese sind „integriert und unteilbar und tragen in ausgewogener Weise den drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung Rechnung: der wirtschaftlichen, der sozialen und der ökologischen Dimension.“  1*)

Dies verdeutlicht den ehrgeizigen und universellen Anspruch der neuen Globalen Nachhaltigkeitsagenda, zu der sich alle Mitgliedstaaten verpflichtet haben mit dem Ziel, globale Herausforderungen anzugehen und das Gemeinwohl zu fördern.

Sustainable Development Goal 4: Chancengerechte und hochwertige Bildung

Bis 2030 will man für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen. Die Definition  entsprechender Targets dient als thematischer Indikator zur Überwachung des Fortschritts in der Beseitigung der Ungleichheiten in der Bildung *2). Das Tracking und Monitoring dieser Targets erfolgt über das lizenzfreie, von der UNESCO konzipierte Education Management Information System EMIS *3) welches an die spezifischen Bedürfnisse der Mitgliedsländer angepasst werden kann.

Bildung ist im Rahmen der Globalen Nachhaltigkeitsagenda nicht auf SDG 4 begrenzt 

Bildung hängt mit vielen anderen Sustainable Development Goals zusammen und kommt dort explizit oder implizit zum Ausdruck *4).

Beispiele:

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Unterziel 3.7: Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sexual- und reproduktions- medizinischer Versorgung sicherstellen, einschließlich Familienplanung, Information und Aufklärung, sowie reproduktive Gesundheit in nationale Strategien und Programme einbeziehen.

SDG 5: Geschlechtergleichheit

Unterziel 5.6, Indikator 5.6.2: Anzahl der Länder mit Gesetzen und Regelungen, die Frauen und Männer ab 15 Jahren vollen und gleichberechtigten Zugang zu sexual- und reproduktions-gesundheitlicher Versorgung, Information und Aufklärung garantieren.

SDG 8: Gute Arbeit und Wirtschaftswachstum

Unterziel 8.6.: Bis 2020 den Anteil junger Menschen, die ohne Beschäftigung sind und keine Schul- oder Berufsausbildung durchlaufen, erheblich verringern.

SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion

Unterziel 12.8: Bis 2030 sicherstellen, dass Menschen sich überall der Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung bewusst sind, über entsprechende Informationen verfügen und im Einklang mit der Natur leben.

SDG 13: Klimaschutz und Anpassung

Unterziel 13.3: Die Aufklärung und Sensibilisierung zu den Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Reduzierung der Umweltbelastungen und Frühwarnung verbessern sowie die hierfür notwendigen personellen und institutionellen Kapazitäten ausbauen.

Niemanden zurücklassen

Das ist einer der Grundsätze der Agenda 2030. Sie soll allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und berücksichtigt benachteiligte Gruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen, indigene Bevölkerungsgruppen und Flüchtlinge auf besondere Art und Weise. Der Bildungsbedarf ist weltweit immens und unverzichtbar für das Erreichen einer globalen nachhaltigen Entwicklung. Wir sind nur dann in der Lage, den Klimawandel, extreme Armut und Ungleichheit zu bekämpfen, wenn alle Stakeholder – einschließlich der Wirtschaft – sich verpflichten, Regierungen darin zu unterstützen, die Bildungsziele voranzutreiben.

Referenzen und weiterführende Links

*1) https://www.unesco.de/ueber-uns/ueber-die-unesco/globale-nachhaltigkeitsagenda

*2). (http://tcg.uis.unesco.org/wp-content/uploads/sites/4/2020/09/SDG4_indicator_list.pdf

*3) https://www.openemis.org/wp-content/uploads/2018/04/OpenEMIS_Concept_Note_SDG4_en.pdf

*4) (https://www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/bildung-und-die-sdgs)

Autorin: Sabine Gessenich

Sabine Gessenich ist Mitglied im Co:Lab e.V. und setzt sich mit POTENTIALO® in verschiedenen Gremien für die dringend überfälligen Veränderungen und die Chancengleichheit in unserem Schulsystem ein. Die Entwicklung von sozial-emotionalen Kompetenzen im Bildungsbereich ist aus ihrer Sicht außerordentlich wichtig und deshalb die Grundlage ihrer täglichen Arbeit. Im Rahmen der aktuellen Initiative #KoKI (Künstliche Intelligenz in Kommunen) des Co:Lab e.V. war sie Teil der der Arbeitsgruppe „Bildung und Lernen“.

Sabine auf Twitter: @SGessenich